mit WLAN-Angeboten Städte erbeuten?

 

…. GOOGLE’S NEXT MOONSHOT: LINING CITY STREETS WITH WI-FI HUBS

LinkNYC ist der Projektname für Googles Vorhaben,  New York City mit freiem WLAN auszustatten. 1342 solcher WLAN-Hotspots wurden bis heute aufgebaut – geplant 7.500 – etwa drei Meter hohe, silbergrau glänzende Säulen zieren schon das Straßenbild. Den Steuerzahler und den Nutzer kostet das Ganze nichts. Finanziert werden soll das Projekt durch Werbung – der Konzern saugt Daten der Internetnutzer ab, um gezielt Anzeigen schalten zu können«, so schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Onlineausgabe vom 29.8.2017.  Laut Schätzungen bringe jede Säule Werbeeinnahmen von 30.000 Dollar pro Jahr.  Einen Teil davon müsse der Betreiber Citybridge dem New Yorker Stadthaushalt zukommen lassen.

Für ein leeres Stadtsäckel ist natürlich jede Einnahme willkommen.  Eine ähnliche Situation wie in vielen deutschen Großstädten.  Für div. kleinere Gemeinde kommt mangels Nutzerzahlen so was nicht in Betracht.

Verkaufsargument für das Ganze:

  • Verbesserung des Lebens in den Städten,  dank technologischer Innovationen durch das neugegründete Unternehmen Sidewalk Labs.
  • Straßenverkehr und Arbeit der Stadtverwaltung sollten effizienter organisiert,
  • Energieverbrauch und Lebenshaltungskosten gesenkt werden.

Und sind die NewYorker nun dankbar für dieses Angebot? Kommt hinten raus, was geplant war?:

LinkNYC kiosks not a hit with everyone

Würde Ihnen gefallen, wenn so ein Teil mit drei Kameras plötzlich vor Ihrem Haus stünde? Hier die Reaktion einer Hausbesitzerin. 

Jedenfalls sorgten die WLAN-Säulen im Sommer 2016 für eine Menge Ärger, als sich immer mehr Stadtbewohner entschlossen, sie nach eigenem Gusto zu nutzen. Sie versammelten sich in großen Gruppen, tranken Bier, schauten Sportveranstaltungen, machten es sich mit mitgebrachten Möbeln auf dem Bürgersteig bequem. »Obdachlose hörten laut Musik und schauten hin und wieder sogar Pornos. Zugangssperren und Filter halfen nicht«, so die Süddeutsche Zeitung. Nach ein paar Monaten schalteten die Betreiber die Webbrowser in den Säulen wieder aus.

Im Kern geht es bei der »Smart City« nicht darum, einen demokratischen Raum zu schaffen, sondern um die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen, kritisierte der Politologe Evgeny Morozov bereits am 7.7.2014 in der FAZ mit Adam Greenfield ( »Against the Smart City«) – »Vorangetrieben hat das Projekt ein Unternehmen«, lässt die Süddeutsche in derselben Ausgabe den Bürgerrechtler Shahid Buttar zu Wort kommen, »und das hat schon von Anfang an in der Bewerbung klargemacht, dass es darum geht, Nutzerdaten zu sammeln und damit Geld zu verdienen. Es ist eine Überwachungsmaschine mit Gewinnerzielungsabsicht. Der Stadt haben sie als Köder die kostenlosen Internetzugänge und eine Beteiligung an den Umsätzen versprochen. Da konnten die Politiker nicht nein sagen.«

Quelle: Eigene Recherche und https://www.jungewelt.de/artikel/320270.stadt-als-beute.html

 

 

In eigener Sache: Freifunk Zuverlässigkeit – 24/7 Service

Wir Freifunker sind bemüht, einen 24/7 Service denen bereit zu stellen, die selber bereit sind, ein wenig mitzuwirken. Im Hintergrund läuft jedenfalls auch ein „ausfallsicheres“ Server-Paar, das sich bei einem evtl.  Aus gegenseitig ersetzt. Die Router vor Ort werden im Monitoring angezeigt, aber manche werden nur nach Bedarf angeschaltet, bei manchen fällt die Internetverbindung manchmal weg – kurzum ich laufe nicht jedem ausgeschalteten Router nach, entdecke, wenn ich unterwegs bin das eine oder andere Problem …  jedenfalls kläre nicht jeden Einzelfall ab, wenn er auf dieser Liste als „aus“ signalisiert wird: https://monitoring.freifunk-franken.de/routers?q=hood%3ABGL (auch dieses Monitoring ist manchmal fehlerhaft).

Falls irgendwo mal keine Verbindung zustande kommt, hilft oft schon mal ein Aus/ein aller zusammenhängender Router, angefangen mit dem, der am Internet hängt. Andernfalls bitte ich um Meldungen – auch Nutzer, die irgendwo enttäuscht keinen Kontakt bekommen, können sich zur weiteren Bearbeitung jederzeit und gerne melden – und wir versuchen, schnellstens zu einer Lösung zu kommen.

Im übrigen sind wir auch keine Verkaufsagentur, alles ist freiwillig und niemand bekommt eine Provision. Ich sitze manchmal in einer Location, wo ich denke, da wäre nun Freifunk nicht übel, spreche dann den Kellner/Geschäftsführer an, mache ihn auf die Möglichkeiten aufmerksam, die Freifunk bietet. Praktisch immer suchen die Gesprächspartner Dollarzeichen in meinen Augen, finden keine und sind darüber ziemlich irritiert.  In dieser Irritation gar keine Entscheidung zu treffen oder nach Wochen abzulehnen zeugt nicht gerade von unternehmerischer Pfiffigkeit und Kompetenz, aber ich habe darüber nicht zu befinden und denke mir halt meinen Teil. Jedenfalls ist es mir unverständlich, wie man irgendeiner Firma mit offensichtlich nicht ganz uneigennützigen Interessen und völlig undurchsichtigen Datenverarbeitungsverfahren Zugang zu seinem Netz gibt, aber bei Freifunk, mit einem völlig transparenten offenen Konzept glaubt misstrauen zu müssen….. – jedem das seine, wir Freifunker sind jedenfalls keine Verkäufer, machen keinen Druck, rufen nicht dauernd an –
Sie müssen wollen, Sie müssen Freifunk mit unterstützen…. – entsprechend engagieren wir uns auch, meistens mit 24/7 Service!